Fugenlose Oberflächen planen: Leitfaden für Architekten & Innenarchitekten
Fugenlose Oberflächen beginnen nicht beim Spachteln, sondern bereits in der Planung. Dieser Leitfaden zeigt, welche Punkte bei Untergrund, Aufbau, Fugen, Nassbereich und Bemusterung berücksichtigt werden sollten.
Die wichtigsten Planungsfaktoren sind: Untergrund, Ebenheit, Fugen, Nutzung, Nassbereich, Aufbauhöhe und Bemusterung. Besonders bei Dünnbettspachtelungen wie doppo Purofino beeinflusst die Qualität des Untergrundes das spätere Erscheinungsbild unmittelbar.
Fugenlos beginnt bereits in der Entwurfsplanung
Großzügige Wand- und Bodenflächen ohne klassisches Fliesenraster schaffen Ruhe und lassen Architektur und Material stärker wirken. Was im fertigen Raum besonders reduziert erscheint, benötigt allerdings eine präzise Planung. Architekten sollten deshalb nicht nur Farbton und Oberfläche definieren.
Die Systemwahl beginnt mit der Nutzung. Eine Wand im Hotelzimmer stellt andere Anforderungen als:
ein Badezimmerboden,
eine Dusche,
eine Treppe,
ein Büro,
ein Wellnessbereich.
doppo Purofino eignet sich grundsätzlich für Böden, Wände, Treppen, Objekte und Nasszellen. Der konkrete Aufbau richtet sich jedoch nach dem jeweiligen Einsatzbereich und Untergrund.
Warum ist der Untergrund so entscheidend?
Purofino ist eine Dünnbettspachtelung. Unebenheiten werden deshalb nicht einfach durch eine dicke Materialschicht ausgeglichen. Sie können sich später in der sichtbaren Oberfläche abzeichnen.
Für Wandflächen empfiehlt das technische Datenblatt mindestens: Qualitätsstufe Q2 oder idealerweiße Q3.
Grundsätzlich gilt: Je glatter und gleichmäßiger der Untergrund vorbereitet ist, desto hochwertiger wird das optische Ergebnis.
Dieser Punkt sollte bereits bei der Ausschreibung berücksichtigt werden.
Welche Wanduntergründe kommen infrage?
Geeignete Untergründe können unter anderem sein:
Zementputz
Kalkzementputz
Gipsputz
Beton
Gipskartonplatten
geeignete mineralische oder kunstharzgebundene Reibeputze
entsprechend vorbereitete Bestandsfliesen
Bei gröberen Wandputzen müssen vorhandene Strukturen vor der Purofino-Beschichtung entsprechend geglättet werden.
Welche Bodenuntergründe eignen sich?
Zu den möglichen Bodenuntergründen gehören unter anderem:
Beton
Zementestrich
vorbereitete Fliesen
Treppen
entsprechend vorbereitete Calciumsulfat- bzw. Anhydritestriche
Hohlböden
Bei nicht zementgebundenen oder besonderen Untergründen sollte der konkrete Aufbau projektbezogen mit der Anwendungstechnik abgestimmt werden.
Wie werden Nassbereiche geplant?
Duschen, Hotelbäder und Wellnessbereiche benötigen einen vollständigen Abdichtungsaufbau. Die dekorative Spachteloberfläche ersetzt diese Abdichtung nicht.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen:
Innen- und Außenecken
Rohrdurchführungen
Ausläufe
Armaturenanschlüsse
Übergänge
Anschlüsse an andere Bauteile
Diese Details sollten bereits vor Beginn der Ausführung geplant sein.
Bedeutet fugenlos wirklich ohne jede Fuge?
Nein. Der Begriff „fugenlos“ beschreibt die großflächige Oberflächenwirkung ohne klassisches Fliesen- oder Plattenraster.
Technisch erforderliche:
Bauwerksfugen
Bewegungsfugen
Anschlussfugen
dürfen dadurch nicht außer Acht gelassen werden. Sie müssen geplant und fachgerecht übernommen beziehungsweise ausgebildet werden.
Wie hoch baut Purofino auf?
Die eigentliche zweischichtige Spachtelung beträgt: FEIN: ca. 1 mm GROB: ca. 1,50–1,60 mm
Diese Angaben dürfen allerdings nicht mit der gesamten Aufbauhöhe verwechselt werden. Je nach Untergrund können beispielsweise Grundierung, Egalisierung, Armierung oder Abdichtung zusätzlich erforderlich sein.
Was ist bei Fußbodenheizung zu beachten?
Purofino ist für Fußbodenheizung geeignet. Für die Verarbeitung schreibt das technische Datenblatt vor: Fußbodenheizung mindestens drei Tage vor der Verlegung ausschalten.
Dieser Punkt sollte in Bauablauf und Terminplanung berücksichtigt werden.
Warum ist eine Bemusterung besonders wichtig?
Eine handgespachtelte Oberfläche ist kein industriell reproduziertes Dekor. Das Erscheinungsbild wird beeinflusst durch:
Farbe
Kornstruktur
Werkzeug
Verarbeitung
Spachtelrichtung
Licht
Größe der Fläche
Deshalb sollte die Entscheidung nicht ausschließlich anhand eines Monitorbildes oder Farbcodes erfolgen. Für die Planung empfehlen sich Originalmuster. Bei besonders anspruchsvollen Projekten kann zusätzlich eine größere Musterfläche sinnvoll sein.
Welche technischen Eigenschaften sind für Objektplaner interessant?
Purofino weist unter anderem folgende technische Eigenschaften auf:
Fußbodenheizung geeignet
Stuhlrollen geeignet
Haftzugfestigkeit auf Normuntergrund > 1,5 N/mm²
Shore-D-Härte 65
Verschleißwiderstand nach Böhme A10
GEV EMICODE EC1 plus – sehr emissionsarm
Diese Angaben können insbesondere bei Büro-, Hotel- und Objektprojekten für die Planung relevant sein.
Fazit
Eine hochwertige fugenlose Oberfläche entsteht nicht erst auf der Baustelle. Sie beginnt mit einer abgestimmten Planung von: Untergrund, Ebenheit, Fugen, Anschlüssen, Nutzung, Systemaufbau und Gestaltung.
Das technische Datenblatt empfiehlt mindestens Q2, idealerweise Q3. Je gleichmäßiger die Oberfläche vorbereitet wird, desto hochwertiger fällt das sichtbare Ergebnis aus.
Nein. Technisch notwendige Bauwerks-, Bewegungs- und Anschlussfugen müssen weiterhin berücksichtigt werden.
Ja, entsprechend vorbereitete Trockenbau- beziehungsweise Gipskartonflächen sind als Untergrund vorgesehen. Stöße und Fläche müssen entsprechend dem System vorbereitet und armiert werden.
Geeignete Bestandsfliesen können nach technischer Prüfung und entsprechender Vorbereitung als Untergrund dienen.
Ja. Bei der Verarbeitung müssen jedoch die vorgegebenen Heizpausen berücksichtigt werden.
Die Purofino-Spachtelung selbst beträgt bei FEIN ca. 1 mm und bei GROB etwa 1,50–1,60 mm. Der gesamte Systemaufbau kann höher sein.
Ja, für die Projektplanung werden technische Daten, Systemaufbauten, Ausschreibungstexte und Originalmuster zur Verfügung gestellt.
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