Boden
7. Aug 2023

Wie wird ein fugenloser Boden verlegt?

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Verlegung von fugenlosem Boden und erläutern Ihnen die wichtigsten Schritte. Erfahren Sie mehr!

Muster und Textur bei fugenlosen Böden

Die Verlegung von fugenlosem Boden erfreut sich zunehmender Beliebtheit und bietet eine moderne und ästhetisch ansprechende Lösung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Bodenbelägen, die mit sichtbaren Fugen verlegt werden, zeichnet sich ein fugenloser Boden durch eine nahtlose und glatte Oberfläche und hoher Langlebigkeit aus. 

Diese Technik eröffnet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und kann in verschiedenen Bereichen wie Wohnräumen, im Badezimmer oder Gewerbe- und Industriegebäuden eingesetzt werden. 

Fugenlose Böden lassen Räume größer wirken und verwandeln Ihren Wohnbereich in einen Raum zum Wohlfühlen. In diesem Artikel werden wir einen Blick auf die Vorgehensweise bei der Verlegung von fugenlosem Boden werfen und die wichtigsten Schritte und Techniken erläutern.

Die Vorbereitung des Untergrunds

Bevor mit der Verlegung eines fugenlosen Bodens begonnen werden kann, ist eine gründliche Vorbereitung und Planung gemeinsam mit dem Bauherren und eventuell mit den weiteren Gewerken auf der Baustelle essenziell. 

Egal welches Material, ob mineralischer Spachtelboden oder Gießboden, Bodenbelag aus Epoxidharz,  Beton Ciré oder Mikrozement – eine gründliche Untergrundvorbereitung von vorhandenen Bodenflächen (Betonboden, Estrich, Fliesen,…) ist ein entscheidender Schritt bei der Verlegung eines fugenlosen Bodens. Stellen Sie sicher, dass der Boden frei von losen Teilen, staub-, fett- bzw. ölfrei und ausreichend fest ist und keine punktuellen Probleme aufweist. 

Überprüfen Sie auch die Ebenheit des Untergrundes, um das gewünschte Endergebnis zu erzielen. Je nach Beschaffenheit wird der Untergrund durch Kugel- oder Granulatstrahlen, Fräsen oder Grobschleifen vorbereitet. Weiters muss der Untergrund hinsichtlich der Verlegereife den Anforderungen der jeweiligen Normen und gültigen Richtlinien entsprechen. 

Bei Normalzementestrichen darf die CM-Feuchtigkeit 3 % nicht überschreiten. Betonflächen, zementgebundene Hohldielendecken und vor Ort betonierte Decken müssen mindestens 6 Monate alt sein.

Wenn z.B. eine Fußbodenheizung vorhanden ist, muss folgendes berücksichtigt werden: Fußbodenheizung muss mindestens drei Tage vor der Verlegung ausgeschaltet werden und kann frühestens sieben Tage nach der Verlegung wieder eingeschaltet werden. Im Außenbereich muss bzgl. der Vorbereitung auch einiges berücksichtigt werden. 

Auch ist es wichtig, genügend Zeit für den Einbau einzuplanen, da die verschiedenen Verfahren zur Bodengestaltung unterschiedliche Trocknungszeiten erfordern. Zudem sollten die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit kontrolliert werden, um optimale Bedingungen für die Verlegung und Trocknung des Bodenbelages zu gewährleisten.

Sorgen Sie beim Auftragen und der Trocknung für ausreichende Lüftung, vermeiden Sie jedoch Zugluft und starke Sonneneinstrahlung und schützen Sie die Oberfläche vor Staub. Bei Temperaturen über 25°C, kann es durch die beschleunigte Reaktion zu sichtbaren Rollansätzen auch im ausgehärteten Zustand kommen. Für die Verarbeitung und Aushärtung ist die Luftfeuchtigkeit neben der Boden- und Raumtemperatur von großer Bedeutung. Hohe Luftfeuchtigkeit (speziell in Verbindung mit tiefen Temperaturen) verzögert den Aushärtungsprozess, damit verlängert sich die Zeit für die Überarbeitbarkeit. Nach der Applikation muss das Material vor direkter Beaufschlagung mit Wasser zwingend geschützt werden.

Zusätzlich zu den Maschinen und Werkzeugen für den Einbau von fugenlosen Böden ist auch die Anzahl an Personen für einen reibungslosen Einbau ausschlaggebend. Z.B. sind beim Gussterrazzo mind. 4 Personen nötig (diese Angabe bezieht sich auf mittlere Flächen). 

Die Beschichtung von bereits vorhandenen Bodenbelägen wie Fliesen, Estrich oder Beton ist ohne Weiteres möglich, jedoch müssen auch hier spezielle Vorbereitungen getroffen werden und auf Eignung, Trag- und Haftfähigkeit geprüft werden. Holzböden, Vinyl o.Ä. müssen vorher entfernt werden. 

Verlegetechniken für fugenlosen Boden

Die Applizierung von Bodenflächen kann mit verschiedenen Techniken durchgeführt werden. Jede Technik hat ihre eigenen Merkmale. Hier erläutern wir zwei gängige Verfahren zur Verlegung von fugenlosem Boden:

Gießboden

Diese Methode beschreibt das Gießen einer flüssigen/pastösen Mischung auf dem vorbereiteten Untergrund. Die Masse wird mit einer Stiftrakel verteilt. Durch die selbstnivellierende Eigenschaft ermöglicht es eine gleichmäßige Verteilung des Materials über die gesamte Fläche.

Verlegetechnik - Gießboden

Anschließend wird mit der Flächenrakel oder dem Glättschwert in slalomartigen Glättbewegungen über die Oberfläche gestrichen. Dies bewirkt eine zusätzliche Entlüftung der Spachtelmasse. Diese Technik ermöglicht eine glatte, leicht wolkige Oberfläche. Generell bietet sich diese Möglichkeit sehr gut für große Flächen an. 

Nach den vorgegebenen Trocknungszeiten der Bodenspachtelmasse kann anschließend imprägniert und/oder versiegelt werden.

Spachtelboden 

Bei dieser Methode wird eine Spachtelmasse auf den vorbereiteten Untergrund aufgetragen und anschließend mit einer Spachtel oder mit einer Glättkelle in der entsprechenden Schichtdicke auf den vorbereiteten Untergrund aufgebracht. Das Material wird je nach System Schicht für Schicht aufgetragen, bis die gewünschte Dicke erreicht ist, oder in einem Arbeitsgang aufgebracht. Meist haben Spachtelböden eine Höhe von 3mm. 

Diese Masse kann aus Zement, Epoxidharz, Acryl oder anderen Materialien bestehen. Sie bietet eine widerstandsfähige und pflegeleichte Bodenoberfläche. Das Auftragen und Glätten erfordert präzises Arbeiten, um eine gleichmäßige und nahtlose Oberfläche zu erreichen. 

Die jeweilige Spachteltechnik und die “persönliche Note” des Auftragenden führt dazu, dass jeder Boden ein Unikat wird. Nach den vorgegebenen Trocknungszeiten kann anschließend imprägniert und/oder versiegelt werden.

Terrazzo – der Gussterrazzo von IBOD

Der Gussterrazzo wird durch die Kombination von Marmorsteinen in unterschiedlicher Größe, Menge und Sorte und der Einfärbung des Bindemittels hergestellt und bekommt dadurch eine dynamische Ästhetik. Durch das Schleifen und Polieren werden die Marmorsteine in den Vordergrund geholt und die typische Optik von ungeordneten Mosaikeffekten entsteht. 

Mit einem zementgebundenen und schnellerhärtenden Bindemittel und der ausgewählten Terrazzomischung (Steine und Farbe) können Terrazzoböden mit einer Schichtdicke von mindestens 10 mm bis zu maximal 50 mm für den Innenbereich eingebaut werden. Er ist geeignet für alle Untergründe aus Beton, Zementestrich, Fliesen & Naturstein. 

Bevor der fugenlose Gussterrazzo verlegt werden kann, erfolgt je nach Beschaffenheit die Untergrundvorbereitung. Anschließend wird das gelieferte Bindemittel, das auf die Menge des Bindemittels abgepackte Farbpulver und die Marmormischung vor Ort mit Wasser gemischt und auf der Fläche mittels Rakel auf die erforderliche Einbaustärke appliziert. Dann wird die frisch applizierte Masse mittels Flächenglätter, auch Schwabbelstange genannt, geglättet, verdichtet und entlüftet. 

Nach dem ersten Grobschliff, der bereits am nächsten Tag erfolgt, wird die Fläche gereinigt. Verdichtungs- bzw. Luftporen müssen staubfrei sein. Anschließend wird die Terrazzofläche mit einem abgetönten Porenfüller abgespachtelt. Nach Erhärtung den Schleifgang fortsetzen bis zur gewünschten Körnung/Glanzgrad. Nach dem Schleifen und einer gründlichen Reinigung wird der Terrazzoboden mit “doppo Polish” imprägniert. 

Empfehlung: Einscheibenmaschine mit Spachtelteller. Üblicherweise wird bis zu einer Diamantkörnung von 400 (je nach Kundenwunsch) geschliffen. Das Verfahren ist zwar aufwändig, aber die Ergebnisse sind beeindruckend.

Nachbehandlung und Pflege eines fugenlosen Bodens

Nachdem der fugenlose Boden verlegt wurde, ist es wichtig, angemessene Maßnahmen zur Nachbehandlung und Pflege zu treffen, um eine langanhaltende Schönheit und Funktionalität des Bodenbelags zu gewährleisten.

Je nach gewähltem Material benötigt der fugenlose Boden ausreichend Zeit zum Trocknen und Aushärten. Es ist wichtig, die empfohlenen Trocknungszeiten zu beachten, um Beschädigungen oder vorzeitigen Verschleiß zu vermeiden. Während dieser Zeit sollten keine schweren Gegenstände auf dem Boden platziert werden und der Zugang zum Raum sollte eingeschränkt sein.

Nachbehandlung fugenloser Boden

Mineralisch gebundene Spachtelmassen sind ohne Imprägnierung oder Versiegelung in der Praxis nicht nutzbar. Deshalb muss die Oberfläche mit einer dampfdiffusionsoffenen Imprägnierung oder Versiegelung geschützt werden, um den fugenlosen Boden vor Verschmutzungen, Flecken und Abnutzung zu schützen. Je nach Bodenbelag und Anwendungsbereich können unterschiedliche Versiegelungsprodukte verwendet werden.

Obwohl der Fußbodenbelag sehr pflegeleicht ist, ist regelmäßige Reinigung und Pflege mit geeigneten Methoden und Produkten unabdingbar. Vermeiden Sie abrasive Reinigungsmittel und Werkzeuge, um Kratzer oder Beschädigungen zu verhindern. Auf Kratzen oder Scheuern ist dringend zu verzichten. Wir empfehlen Ihnen, den Boden mit einem feuchten Mikrofasertuch und sauberem Wasser zu wischen oder mit einem Staubsauger mit weichen Bürstenaufsätzen zu reinigen. 

In jedem Fall sind Verschmutzungen, die von außen hereingetragen werden, vor dem Wischen zu entfernen. Je nach Bodenbelag können auch spezielle Reinigungsmittel erforderlich sein. Hier ist es ratsam, sich an die Empfehlungen des Herstellers zu wenden. Bei IBOD gibt es spezielle Reinigungsmittel für alle Systeme. Die Reinigungs- und Pflegeprodukte eignen sich auch als kleines After-Sale-Geschenk.

Vorbeugende Massnahmen – Tipps an Ihre Endkunden

Damit die Oberfläche seine ursprüngliche Schönheit behält, empfehlen sich einige vorbeugende Massnahmen:

Sauberlaufzonen

Der Einsatz von großzügigen Sauberlaufzonen bzw. Schmutzfangmatten im Eingangsbereich schützt vor Schmutz und Feuchtigkeit und trägt zur Sicherheit, z.B. bei Rutschgefahr bei. 

Filzgleiter

Das Anbringen von Filzgleitern bei Stühlen, Tischfüßen, Sofas, Sessel oder großen Vasen und Regalen schont den Boden und schützt vor Kratzern. Vergessen Sie nicht, die Filzgleiter regelmäßig zu erneuern.

Unterlegmatten

Platzieren Sie Vasen, Fressnäpfe o.Ä. am besten auf einer Unterlegmatte und vermeiden Sie damit Dauernässe. 

Drehsessel

Zum dauerhaften Schutz gegen Abnutzung der Deckversiegelung sollten Drehstühle mit Stuhlrollen Typ W verwendet werden. Zusätzlich empfehlen wir transparente Polycarbonat-Schutzmatten als Unterlage.

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